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Die Schachblume- Fritillaria meleagris                                                    zurück zur Home


















Foto: Maria Labischinski

Fritillaria meleagris
Der lateinische Gattungsname
Fritillaria bedeutet
"Würfelbecher" und bezieht sich auf die Blütenform.
Der Artname
meleagris kommt von dem griechischen Name für Perlhuhn und bezieht sich auf die gefleckte Blüte.
Von dieser rührt der Name "Kiebitzei", wie die Schachblume
auch genannt wird.

Die Schachblume (Blume des Jahres 1993) ist ein stark gefährdetes Liliengewächs.
Sie trägt eine glockenförmige, purpurfarbene Blüte mit einem auffälligen Schachbrettmuster auf ihren Kronblättern. Selten erscheint die Art auch mit weißen Blüten. Die Blätter sind linealförmig und haben eine graugrüne Farbe. Die Schachblume wird 15 - 35 cm
hoch und blüht von April bis Mai auf wechselfeuchten Wiesen, die nicht gedüngt und extensiv bewirtschaftet werden.
Die Samenreife erfolgt nach nur zweiwöchiger Blüte.
Der Anteil blühender und Samen produzierender
Pflanzen schwankt zwischen 15- 18%.
Die schwimmfähigen Samen keimen im folgenden Frühjahr. Nach der Samenreife sterben die oberirdischen Triebe ab und es bildet sich in 3-8 cm Tiefe eine neue Zwiebel, die im nächsten Frühjahr wieder austreibt.
Eine Vermehrung durch Tochterzwiebeln findet offenbar nicht statt. Stattdessen kommt es zur Bildung sogenannter Brutknospen in den unteren Blattachseln. diese sind auch schwimmfähig.
Die zählbaren Bestände der Schachblume sind großen Schwankungen ausgesetzt, da die Pflanzen zum einen erst nach 5-8 Jahren zur Blüte gelangen, zum anderen nicht jedes Jahr blühen.
In den letzten Jahrzehnten sind ihre Vorkommen durch Trockenlegung des Lebensraumes, Ausgraben und Abpflücken stark zurückgegangen.

Daher ist sie geschützt, bundesweit Rote Liste 2,
Schleswig- Holstein Rote Liste 1.
Das Vorkommen der Schachblume
im Kreis Steinburg

untersuchten am Donnerstag, dem 4. Mai 2006
vier Mitglieder der Botanischen Arbeitsgemeinschaft
( Labischinski, Ryser-Mohr, Weiß, Wittorf)
Die Schachblumen-Wiese ist seit Jahren unter Schutz gestellt. Auflage ist, dass die Rinder erst nach der Samenreife der Schachblume zur extensiven Beweidung auf die Wiese dürfen.
Bemerkenswert waren in diesem Jahr ein trockenes Frühjahr
und ein frischer, sehr tiefer Grabenaushub des kanalisierten Bachbetts, das in die Rantzau mündet. (Dadurch ging vermutlich das Vorkommen von Caltha palustris zurück, so dass diese fast nur noch am oberen Grabenrand etwas kümmerlich blühte.) Die Schachblume hat dadurch bisher wohl keinen Schaden genommen. Obwohl die Blüte nach dem langen Winter erst jetzt einsetzte und noch nicht
voll zum Ausbruch gekommen ist, konnten wir allein
zwischen Bachbett und 1. Graben an die 1000 Exemplare zählen. Insgesamt dürften auf dieser Wiese schätzungsweise 3000-6000 Blüten zu sehen sein.


Foto: Werner Jansen

Auffällig war, dass auch auf dem Deich vereinzelt und hinter dem Deich an dem Ufer der Rantzau etwa
100 blühende Pflanzen
vorkamen. Dies ist besonders interessant, da es ein natürlicher Standort ist und die
Pflanzen durch ihre schwimmfähigen Samen dorthin gelangt sein könnten.
Außerdem konnten wir auf der benachbarten Wiese an die 200 blühende Schachblumen sehen, obwohl diese Wiese bisher nicht unter Schutz gestellt wurde. Die Pflanzen befinden sich ausschließlich zwischen dem 1. und 2. Graben.
Die Bereiche zwischen Bachbett und 1. Graben, sowie zwischen 2. und 3. Graben sind ohne Schachblumen.
In dem Sumpfgebiet zwischen 3. und 4. Graben sind etwa 70 blühende Schachblumen, hauptsächlich am
Nordrand des Sumpfes. Die Wiesen nördlich des Sumpfes sind ohne Schachblumenvorkommen und scheinen
stark mit Gülle überdüngt. 
An der Mündung der Rantzau in die Stör am westlichen Deich wurden 3 blühende Exemplare der Schachblume und am Flachufer 15 Pflanzen gesehen.
Frau Süßmilch entdeckte bei einer Begehung auf der südlich angrenzenden Wiese in Richtung Kollmoor mehr als 100 blühende Schachblumen.


  
Foto: Labischinski
Mäuseschwänzchen 

Bemerkenswert war auch das Vorkommen von zahlreichen Myosurus minimus- Exemplaren, die an den Brunnen auf offener Erde wuchsen.

Artenliste weiterer Pflanzen:

Adoxa moschatellina
- Moschuskraut
Alopecurus pratensis - Wiesen- Fuchsschwanz
Anemone nemorosa- Buschwindröschen
Bellis perennis - Gänseblümchen
Caltha palustris - Sumpfdotterblume
Cardamine pratensis - Wiesenschaumkraut
Cerastium holostea - Gewöhnliches Hornkraut
Erophila verna - Frühlingshungerblümchen
Galium molluga- Wiesenlabkraut
Glechoma hederacea - Gundermann
Luzula campestris - Gemeine Hainsimse
Luzula multiflora - Vielblütige Hainsimse
Myosurus minimus - Mäuseschwänzchen
Plantago lanceolata - Spitzwegerich
Ranunculus flammula - Brennender Hahnenfuß

inhaltlich verantwortlich: B.Wittorf