zurück zur Home

 

Exkursion der Botanik-AG im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V.
am Samstag, 04. Juni 2005


Dauer
: 13.00 Uhr - 16.30 Uhr

Teilnehmer (8)

Heim, Edelgard
Horst, Eggert
Dr. Labischinski, Maria
Rosseel, Roland
Schulz, Günther
Triebstein, Cordelia
Dr. Weiß, Manfred
Wittorf, Barbara

 
Exkursionsziel

Lohmühlenteich bei Hohenlockstedt und östlich angrenzende Bruchwald- u.Niedermoorflächen(MTB2023.2.3)   


 

 

Anmerkungen zur Exkursion

Trotz des wechselhaften Wetters hatten sich immerhin acht Interessenten zusammengefunden, die neugierig waren auf das Feuchtgebiet bei Hohenlockstedt, welches um die Jahrhundertwende (ca. 1880 - 1930) unter den Botanikern ganz Deutschlands weithin bekannt war durch das Auftreten des mittlerweile lange verschollenen Stachelsporigen Brachsenkrauts (Isoëtes echinospora), welches als eine Kennart der Strandlingsgesellschaften (Littorelletea uniflorae) beim heutigen eutrophen Zustand des Gewässers nicht mehr vorstellbar ist. Diese botanische Rarität kommt in der Bundesrepublik Deutschland nur noch im Schwarzwald (Feldsee, Titisee) vor.

Wie bei fast allen Exkursionen mussten wir feststellen, dass die allgemeine Eutrophierungstendenz auch bei den verbliebenen Resten der Wasser- und Sumpfgesellschaften weiter voranschreitet. Dies wurde uns besonders bewusst durch das gemeinsame Auftreten von Arten mit unterschiedlichen ökologischen Zeigerwerten nach ELLENBERG (vgl. ROTHMALER IV 2002: 59-60) für die Stickstoffzahl/Nährstoffzahl (N): So wachsen Sumpf-Calla (Calla palustris) und Strauß-Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora), die Zeiger vergleichsweise stickstoffarmer Standorte (N 4) sind, zusammen mit Großem Schwaden (Glyceria maxima) und Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sceleratus), welche sich an übermäßig stickstoffreichen Standorten konzentrieren (N 9).

Bedauerlicherweise hielt uns der immer wieder einsetzende Regen davon ab, die Exkursion in allen interessanten Gebietsteilen durchzuführen. Die nachfolgende Artenliste ist sehr unvollständig, da es schwer fiel während der Nässe Notizen zu machen; aus dem gleichen Grund sind auch die Anmerkungen bei den ausgewählten Arten lediglich als Momentaufnahme zu werten. Es ist daher wünschenswert, das Gebiet nochmals aufzusuchen um festzustellen, ob noch weitere interessante Funde bzw. Bestätigungen bekannter Fundorte gemacht werden können.
         
 

                                                              
   

Menyanthes  trifoliata  Ranunculus lingua Calla   palustris  Narthecium ossifragum

  Bilder aus  Kurt Stüber's Online Library
                                                           
           

 

  Artenliste (59 + 20*):

 Anmerkungen bei ausgewählten Arten

 

Agrostis canina *

 

Alnus glutinosa

 

Alopecurus pratensis *

 

Anemone nemorosa

 

 

Angelica sylvestris

 

Arrhenaterum elatius *

 

Athyrium filix-femina

 

 

Betula pubescens

 

 

Calamagrostis canescens

 

 

Calla palustris

noch ein umfangreicher Bestand am Ufer des östlich an den Mühlenteich angrenzenden Gewässers, weitere Bestände nicht überprüft (starker Regen)

 

Caltha palustris

 

 

Cardamine amara

 

 

Cardamine pratensis

 

Carex acuta *

 

Carex acutiformis

 

 

Carex canescens

 

 

Carex disticha

 

 

Carex echinata

nur wenige Horste gesehen am Wegrand im Erlenbruch (untypisch, ansonsten im Niedermoor)

 

Carex elongata

 

 

Carex hirta

 

 

Carex lasiocarpa

mehrfach auf einer Niedermoorbrache im Osten des Gebiets, gelegen südlich vom Bruchwald

 

Carex nigra

 

 

Carex pallescens

 

 

Carex paniculata

 

 

Carex remota

 

 

Carex rostrata

 

Carex vesicaria *

Cicuta virosa *

sehr wenig gesehen

 

Cirsium palustre

 

Crepis paludosa *

Deschampsia cespitosa

 

Dryopteris carthusiana

 

 

Dryopteris dilatata

 

Epilobium palustre *

 

Equisetum fluviatile

 

 

Equisetum palustre

 

 

Eriophorum vaginatum

 

 

Eupatorium cannabinum

 

 

Filipendula ulmaria

 

 

Galium palustre agg.

 

 

Geum urbanum

 

 

Glechoma hederacea

 

 

Glyceria maxima

 

Holcus lanatus *

Hydrocotyle vulgaris *

 

Iris pseudacorus

 

Juncus effusus *

Lemna minor *

 

Lonicera periclymenum

 

 

Lotus pedunculatus

 

Lychnis flos-cuculi *

 

Lycopus europaeus

 

 

Lysimachia thyrsiflora

nicht selten, an verschiedenen Stellen (in Parkplatznähe im Uferbereich des Mühlenteichs,  beim Calla-Bestand - siehe oben - und in der bei Carex lasiocarpa erwähnten Niedermoorbrache

 

Lysimachia vulgaris

 

 

Lythrum salicaria

 

Menyanthes trifoliata  *

Myosotis scorpioides *

 

Narthecium ossifragum

mehrere Bestände im Birkenbruch gesichtet
 

 

Nasturtium spec.

 

 

Peucedanum palustre

 

 

Polypodium vulgare

 

Polygonum amphibium *

 

Potentilla palustris

 

Potamogeton natans *

 

Quercus robur

 

Ranunculus flammula *

 

Ranunculus lingua

mehrfach auf der Niedermoorbrache im Osten des Gebiets, gelegen südlich vom Bruchwald
 

Ranunculus peltatus *

 

Ranunculus sceleratus

 

 

Ribes nigrum

 

 

Rumex hydrolapathum

 

 

Scirpus sylvaticus

 

 

Scutellaria galericulata

 

 

Solanum dulcamara

 

 

Sparganium erectum

 

Stellaria palustris *

 

Typha latifolia

 

 

Urtica dioica

 

 

Valeriana dioica

mehrfach auf der Niedermoorbrache im Osten des Gebiets, gelegen südlich vom Bruchwald
 

 

Viola palustris

nur wenig gesehen

*am  Mittwoch, den  8.6.05  notiert