Botanische Exkursion ins Wendland (6.7. – 8.7.12)                    Text und Fotos:W. Schultze

Die Arbeitsgemeinschaft für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg führte im Sommer 2012 eine botanische Exkursion ins Wendland durch.
Ausschlaggebend für die Wahl dieses Exkursionsziels war einerseits die Tatsache, daß dieses Gebiet – obwohl nicht so weit entfernt – den meisten von uns botanisch nicht sehr vertraut war. Zum anderen hatten uns die interessanten und sehr detaillierten Informationen der hervorragenden Homepage des Botanischen Arbeitskreises Lüchow-Danneberg (http://www.flora-wendland.de) neugierig gemacht.

Durch diese Informationen und die Tatsache, daß Frau Heinke Kelm (Mitglied dieses Arbeitskreises) uns nicht nur entgegenkommenderweise kurzfristig bei der Auswahl der Exkursionsgebiete beriet, sondern uns freundlicherweise auch am ersten Tag über den Friedhof in Hitzacker und entlang der Jeetze führte (MTB 3228), wurde uns der floristische Einstieg in die wunderschöne Elbtalauenlandschaft sehr erleichtert.
Frau Kelm wies uns dabei auf einige botanische  Besonderheiten hin; u.a. sahen wir:

Ajuga genevensis, Allium oleraceum, Arabis glabra (= Turritis glabra), Aristolochia clematitis,
Corrigiola litoralis, Danthonia decumbens, Datura stramonium, Erysimum hieraciifolium, Galeopsis speciosa, Hyoscyamus niger, Inula britannica, Leonurus marrubiastrum, Lilium bulbiferum ssp. croceum, Limosella aquatica, Oxalis dillenii, Potentilla indica, Rosa majalis, Scabiosa columbaria, Spergularia echinosperma, Trifolium alpestre, Xanthium albinum und Asplenium ruta-muraria.


Limosella aquatica

Anschließend war – nach einer kurzen Mittagspause – Herr Tobias Keienburg (ebenfalls Mitglied des Botanischen Arbeitskreises Lüchow-Danneberg) so freundlich, uns in der Biosphaerenreservatsverwaltung in Hitzacker eine Einführung (mit praktischer Demonstration) in eine vom ihm entwickelte floristische Datenbank zu geben, die auf breites Interesse stieß.Dem Referenten und Frau Kelm sei hier nochmals für ihre freundliche Unterstützung gedankt, die wesentlich zu einem sehr gelungenen ersten Exkursionstag beigetragen  hat.Dieser endete mit einem Abendessen auf der schönen Terasse unseres Übernachtungs- quartiers „Lindenkrug“ in Höhbeck-Pevestorf (Landkrs. Lüchow-Dannenberg) und einer anschließenden botanischen Nachbestimmung interessanter Funde.
Zu unserer Exkursion am folgenden Tag setzten wir mit der Fähre Pevestorf/Lenzen auf die andere Elbuferseite (Brandenburg) über, um von dort unser erstes Exkursionsziel, das in Mecklenburg-Vorpommern gelegene NSG „Binnendünen bei Klein Schmölen“ anzusteuern.Dieses NSG ist wegen seiner langjährigen Abgeschiedenheit an der ehemaligen inner- deutschen Grenze heute Teil des sog. „Grünen Bandes“. Charakteristisch für dieses Gebiet sind hohe Sanddünen (bis etwa 30 m) mit Sandtrockenrasen und z.T. eingestreuten Waldbereichen.


Überfahrt über die Elbe nach Lenzen


Blick von der Düne Klein Schmölen

Auf dem sehr empfehlenswerten, gut ausgeschilderten Rundweg um und z.T. über die klein-schmölener Düne (größte Binnendüne Europas !), ließen sich zahlreiche interessante Pflanzen beobachten; u.a. wurden registriert:


Allium angulosum

Agrostis vinealis, Allium angulosum, Allium vineale, Ammophila arenaria, Carduus nutans, Chondrilla juncea, Dianthus carthusianorum, Dianthus deltoides, Eryngium campestre, Erysimum marschallianum (eindrucksvoller Bestand !), Helichrysum arenarium, Koeleria glauca, Petrorhagia prolifera, Ranunculus bulbosus,  Sedum rupestre, Spergularia rubra, Thymus serpyllum.
Pilze: Calvatia utriformis, Phellinus pini (stattliches Exemplar an Pinus sylvestris).  


Erysimum marschallianum


Silene baccifera

Ein Regenschauer zwang uns zu einer – nicht ganz unwillkommenen – Kaffeepause im wunderschönen Panorama-Cafe hoch oben im Hotel Dömitzer Hafen, von dem wir einen atemberaubenden Blick über das Elbe-Urstromtal und die Stadt Dömitz genossen.

Anschließend besuchten wir ein gegenüberliegendes, brachliegendes Bahngelände, auf dem sich eine reichhaltige Ruderalflora entwickelt hatte.
U. a. beobachteten wir:
Acinos arvensis, Anthyllis vulneraria agg., Artemisia absinthium, Astragalus glycyphyllos, Ballota nigra, Bromus sterilis, Cardaminopsis arenosa, Carex ovalis, Carex spicata, Chaenorrhinum minus, Cichorium intybus, Crepis capillaris, Descurainia sophia, Echium vulgare, Erysimum virgatum, Euphorbia esula, Festuca arundinacea, Filago arvensis, Herniaria glabra,Jasione montana, Knautia arvensis, Koeleria pyramidata, Lepidium campestre, Linaria vul- garis, Ononis repens ssp. procurrens, Papaver dubium, Plantago arenaria (= P. psyllium, P. indicum),  Reseda lutea, Rumex thyrsiflorus, Saponaria officinalis,
Sedum acre, Setaria viridis, Silene vulgaris ssp. vulgaris, Sisymbrium altissimum, Sisymbri- um loeselii, Spergularia rubra, Tragopogon dubium, Trifolium campestre, Verbascum densi- florum, Verbascum phlomoides, Vulpia myuros.

Das letzte Exkursionsziel dieses Tages war ein Gebiet auf der anderen Elbseite am Aussichtsturm zwischen Langendorf und Grippel (MTB 2933). Hier fanden wir u.a.:

 


Arnoseris minima


Anthoxanthum aristatum

Achillea ptarmica, Anthoxanthum aristatum, Arnoseris minima (Frau Kelm nannte uns diesen eindrucksvollen Bestand !), Atriplex prostrata agg., Bidens frondosa, Bolboschoenus mariti- mus, Butomus umbellatus, Campanula patula, Carduus nutans, Carex gracilis, Chenopodium ficifolium, Chenopodium glaucum, Corrigiola litoralis, Cuscuta campestris (auf Xanthium), Dianthus carthusianorum, Elodea nutallii, Eragrostis albensis, Eryngium campestre, Gna- phalium uliginosum, Humulus lupulus, Inula britannica, Juncus compressus, Leonurus ma- rubiastrum, Limosella aquatica, Oenanthe acquatica, Phalaris arundinacea, Poa palustris, Portulaca oleracea ssp. oleracea, Potentilla reptans, Pulicaria vulgaris, Rorippa palustris, Rosa corymbosa, Rosa dumalis, Rubus caesius, Rumex maritimus, Scutellaria hastifolia, Silene baccifera (= Cucubalus baccifer), Sonchus asper,  Stachys x ambigua, Symphytum officinalis ssp bohemica (?), Veronica maritima, Xanthium albinum.

Am folgenden Tag besuchten wir ein Areal östlich von Laasche (MTB 2934). Dies war ein sehr  heterogenes Gebiet mit Wiesenflächen, einem Bachverlauf, Waldanteilen und Trockenrasen- bereichen. U.a. notierten wir dort:

Achillea ptarmica, Acorus calamus, Alisma plantago-aquatica, Agrostis capillaris, Arrhena- therum elatior, Anthoxanthum odoratum, Arabis glabra, Barbarea stricta, Butomus umbel- latus, Carex acuta, Carex nigra, Carex vulpina, Cerastium arvense, Comarum palustre (= Potentilla palustris), Corynephorus canescens, Dianthus deltoids, Eleocharis uniglumis, Eryn- gium campestre, Euphorbia esula, Festuca rubra, Galium elongatum (= Galium palustre ssp. elongatum), Galium verum, Glyceria maxima, Hydrocharis morsus-ranae, Jasione montana Koeleria pyramidata, Lysimachia vulgaris, Lythrum salicaria, Myosotis laxa, Myosotis scor- pioides, Nuphar lutea, Oenanthe fistulosa, Ornithopus perpusillus, Persicaria amphibian, Peucedanum palustre, Pimpinella saxifraga, Poa palustris, Potentilla reptans, Ranunculus flammula, Rorippa amphibia, Sagittaria sagittifolia, Salix multinervis, Salix purpurea, Scleran- thus perennis, Scutellaria hastifolia, Sedum reflexum, Senecio aquaticus, Sium latifolium,Stachys palustris, Stellaria palustris, Stratiotes aloides, Teesdalia nudicaulis, Thalictrum flavum, Veronica scutellata.

Am Mittag ließen wir unsere Exkursion ausklingen  im idylisch gelegenen Cafegarten der Schwedenschanze auf dem Höhbeck.

Auf ihrem Heimweg machten einige Exkursionsteilnehmer noch einen Abstecher nach Schreyahn (MTB 3032), wo sie “das schönste Rundlingsdorf im Wendland” besichtigten und warfen dann noch einen kurzen Blick in das dortige NSG mit seiner eindrucksvollen Salzflora. Wir sahen u.a.
Aster tripolium, Atriplex tatarica, Gypsophila perfoliata, Lotus tenuis, Plantago maritima, Podospermum laciniatum (= Scorzonera laciniata), Spergularia salina,
Triglochin maritima.


Gypsophila scorzonerifolia

Insgesamt war diese kurze Wendlandexkursion für die Teilnehmer so interessant, daß eine Wiederholung in 2013 beschlossen wurde.

 

AG Botanik im Heimatverband Krs. Steinburg  

Das Copyright der Abbildungen liegt bei Priv.-Doz Dr. W. Schultze (Hamburg)